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Aufbau eines Milcheckzahns mit Komposit
Eine 43-jähirge Patientin mit Nichtanlage der Zähne 13 und 23 stellte sich mit dem Wunsch einer ästhetischen Optimierung ihrer noch vorhandenen Milcheckzähne 53 und 63 in der Praxis vor. Die Anamnese ergab einen mesialen Lückenschluss, einen guten parodontalen Zustand und die vorhandenen Röntgenbilder zeigten keinen pathologischen Befund. Da eine Extraktion und Implantation für die Patientin aus Kostengründen nicht in Frage kam, entschied man sich für einen Aufbau mit Komposit.
Abbildung 1
Prä-OP: Verfärbte Aufbauten der Zähne 13 und 23
Abbildung 2
Entfernung von Belägen und Biofilm mithilfe eines Air-Abrasion-Gerätes.
Abbildung 3
Da es im vorliegenden Fall zu einer Blutung kam, wurde nachträglich ein Faden in den Sulkus gelegt. Wenn eine Blutung nicht auszuschließen ist oder die Grenze der Restauration klar supragingival liegt, sollte ein Sulkusfaden gelegt werden.
Abbildung 4
Die Nachbarzähne werden mit einer durchsichtigen Matritze (oder einem Teflonband) geschützt.
Abbildung 5
Schmelz-Dentin-Ätzung für 30 Sekunden.
Abbildung 6
Ätzgel gründlich abspülen.
Abbildung 7
Bonding: Primer für 10-15 Sekunden einmassieren und einwirken lassen.
Abbildung 8
Präparationsoberfläche verblasen.
Abbildung 9
Bonding für 10-15 Sekunden einmassieren und einwirken lassen.
Abbildung 10
Präparationsoberfläche verblasen.
Abbildung 11
Lichthärten des Bondings für 10 Sekunden.
Abbildung 12
Zunächst den zervikalen Rand des Komposit-Veneers mit einem Flowable gestalten. Da der Milchzahndefekt sehr dunkel erscheint, ist ein stark opaques Material von Vorteil (hier Farbe Bi3 Flow).
Abbildung 13
Komposit verteilen: Flow mit einer Sonde an den Rand anlagern und härten.
Abbildung 14
Komposit auftragen: Zur Vermeidung von Blasenbildung wird ein großes Stück Komposit aus der Spritze gereicht (besser zu groß als zu klein, um ein Antragen zu vermeiden). Komposit mit Dentinfarbe Bi3 über den gesamten Defekt schichten. Hierfür erweist sich ein Pinsel als hilfreich, um die Masse mit dem Zahn und dem vorhanden Randwall zu verbinden.
Abbildung 15
Komposit verteilen: Den Hauptteil des Komposit zervikal, mesial, distal sowie an der Inzisalkante verteilen (an allen Bereichen, die nicht transluzent erscheinen sollen). Zum Formen der Dentinlamellen wird das wenigste Material im oberen Drittel unterhalb der Inzisalkante geschichtet. Die Inzisalkante wird wie ein kleiner Wall auf gebaut.
Abbildung 16
Nach der Lichthärtung können zur Verbesserung der Natürlichkeit entsprechend der Nachbarzähne Effektfarben appliziert werden. Auf die Inzisalkante wird die Farbe "Ice" appliziert, darunter in die geschichten Dentinlamellen eine minimale Schicht "Azur". Diese Effektfarbe bringt oft eine gewisse Natürlichkeit in die Restauration und lässt sie transluzent erscheinen. Vor dem nächsten Schritt lichthärten.
Abbildung 17
Schmelzmasse überschichten (hier mit Farbe "Skin Neutral"). "Skin Natural" wird bei älteren Patienten ohne gebleichte Zähne verwendet und ist die gängigste Farbe. Die Masse mit einem Spatel sowie einem Pinsel applizieren und mit der Dentinmasse verbinden.
Abbildung 18
Nach sorgfältiger Lichthärtung (mind. 60 Sek. bukkal; 40 Sek. lingual) werden zunächst die Randbereiche ausgearbeitet. Zervikal eignet sich die EVA-Feile. Approximal eignen sich Metallpolierstreifen, um den Übergang zwischen Restauration und Zahn zu glätten und den Line-Angle zu formen.
Abbildung 19
Mit Keramik-Laborpolierer die Oberfläche in Form bringen.
Optimal: nach Schichtung ist nur noch die reine Politur nötig.
Abbildung 20
Abschlussaufnahme.